Im Dorf Vel Thboung herrscht dieses Jahr besondere Trockenheit. „Vel Thboung“ heißt übersetzt „Felder im Süden“, doch von Feldern sieht man derzeit wenig. Das Dorf ist umgeben von staubiger Erde, aus der hier und da ein paar verkümmerte Halme ragen. Ihr Trinkwasser müssen die Dorfbewohner das ganze Jahr über von einem zwei Stunden entfernten Brunnen holen.

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Die kleine Pala ist sieben Jahre alt. Sie hat fünf Geschwister und ihre Mutter Tieng, 34 Jahre, ist wieder schwanger. Pala geht nicht in die Schule. Für Hefte und Uniform fehlt das Geld und ihre Arbeitskraft wird im Dorf gebraucht.

Sie holt jeden Morgen um sechs, wenn es noch nicht so heiß ist, das Wasser für den Mittagsreis. Dazu legt sie eine Bambusstange über ihre Schultern, an deren Enden die beiden Wasserkanister baumeln. Ihre Familie kocht einmal am Tag Reis und isst ihn über den Tag ohne Beilagen. Abwechslungsreicher wird der Speiseplan nur in der Regenzeit. Dann kommt etwas Gemüse aus dem Garten zum Reis.

Für die Einwohner von Vel Thboung bedeutet die lange Trockenzeit aber auch Monate ohne ausreichende Körperhygiene und ohne die Möglichkeit die Wäsche ordentlich sauber zu bekommen. Der nächste Brunnen ist zwei Stunden Fußmarsch entfernt. Wer jeden Tag vier Stunden um Wasser geht, beschränkt seine Hygiene auf ein Minimum. Die Folge sind Durchfallerkrankungen, Cholera, Parasiten und generelle Schwächung des Immunsystems.

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Während der Regenzeit sammeln die Bauern das Wasser in traditionellen Tontöpfen, die sie unter die Dächerränder stellen. Das Wasser darin reicht aber gerade für den ersten Trockenmonat und ist sehr anfällig für Verschmutzungen (vom Dach, durch Tiere).

Abhilfe kommt nun vom Roten Kreuz. 180 Regenwasserzisternen, eine für jede Familie im Dorf und 180 Latrinen baut das Österreichische Rote Kreuz. „Wir verbessern das traditionelle Zisternensystem, machen es hygienischer und die Behälter größer“ erklärt Walter Hajek, ÖRK-Delegierter in Kambodscha.

Das Ergebnis sind „Kugeltanks“, die Pala und ihre Familie nun mit sauberem Wasser zum Kochen über die Trockenzeit hinweg versorgen. Und das schönste Geschenk für Pala ist, dass sie nun in die Schule gehen darf. Seit der tägliche „Wassermarsch“ zum nächsten Brunnen entfällt, hat sie Zeit zum Lernen.


40 Euro kosten die Wasserversorgung und
der Bau von sanitären Anlagen für ein Kind!!
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  Projektinfo
Regenwasser-Sammelsysteme für 183 Familien
Zeitraum: 2005 bis 2006
Kosten: ---
Wie vielen Menschen wird geholfen? 1080

  Projektziele
Errichtung von Regenwasser-Sammeltanks: Wasserversorgung während der Trockenzeit
Bau von Familienlatrinen
Hygienetraining: Steigerung der Gesundheit

  Länderinfo Kambodscha (Karte)
Rund 36 Prozent der 13 Millionen Kambodschaner leben unter der Armutsgrenze. Sie müssen mit weniger als 50 cent am Tag auskommen. Etwa 85 Prozent der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten. Dort ist der Versorgung mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sehr schlecht – drei Viertel der Haushalte haben kein sauberes Trinkwasser. Die Folge: tödliche Krankheiten wie Cholera, Denguefieber und Typhus.

Zum Weiterlesen: http://www.roteskreuz.at/1942.html



 
Letzte Änderung: 23.11.2006